3D Druck bemalen – Mach ein Meisterwerk draus!

Den eigenen 3D Druck bemalen ist keine große Kunst und kann von jedem selbst zu Hause erledigt werden. Mit Epoxidharz und Sprühspachtel zur perfekten Oberfläche. Erfahre welche Möglichkeiten es gibt und worauf Du dabei achten solltest, in diesem kleinen Ratgeber Artikel

Die Oberfläche von, mit FDM Druckern, gedruckten 3D Modellen ist eher rau und geriffelt. Diese Oberflächen Textur ist durch das Druckverfahren ansich bedingt. Durch das Überlagern von vielen einzelnen Schichten entsteht das fertige 3D Objekt.

Mit etwas Feinarbeit und den richtigen Mitteln, lässt sich die Textur der Oberfläche Deines Druckobjektes ganz leicht auf Hochglanz bringen und Details schön hervorheben.

Das wohl wichtigste Kriterium für eine optimale Druckqualität, ist die richtige Drucktemperatur an der Düse (Nozzle). Hier musst Du für das verwendete Filamment* jeweils die richtige Temperatur ermitteln. Je besser die Temperatur passt, desto besser ist das Druckergebnis.

Das Druckbett sollte über eine ausreichende Haftfähigkeit verfügen. Damit ist sichergestellt, dass das Objekt beim Druckvorgang nicht verrutscht.

In der Slicersoftware am Computer hast Du ebenfalls einige Möglichkeiten auf die Druckqualität Einfluss zu nehmen. Am meisten Einfluss hat hier die Schichtdicke. Je kleiner hier der Wert, desto feiner und dünner sind die einzelnen Schichten der Druck Objekte. Gleichzeitig erhöht sich allerdings auch die Druckdauer.

Die Fülldichte ist ebenfalls ein wichtiger Punkt. Hier musst Du selbst entscheiden, wieviel Füllung dein 3D Druckobjekt benötigt. Je mehr Fülldichte in Objekten, desto stabiler sind diese dann während der weiteren Bearbeitung und Verwendung.

Wenn Du dir beim 3D Druck bemalen die Arbeit so gering wie möglich halten willst, dann ist eine gute Grundeinstellung am 3DDrucker und in der Slicer Software wirklich Gold wert.

Die Nachbearbeitung vor dem Lackieren

Wenn der Druckvorgang beendet ist, dann entferne zunächst eventuell vorhandenes Stützmaterial. Dieses sollte nur vorhanden sein, wenn Du eine Objekt mit starken Überhängen gedruckt hast. Diese Option muss extra in den Druckeinstellungen aktiviert werden.

Das Stützmaterial lässt sich normalerweise leicht mit der Hand entfernen. Überstehende Grate und Kanten lassen sich mit einer Zange und einem kleinen stabilen Messer* leicht entfernen.

So ist einiges an nützlichem Zubehör im Handel erhältlich für das optimale Nachbearbeiten der 3D Modelle.

Als nächstes entfernst Du eventuell entstandene Fäden. Das auftreten dieser Fäden wird auch Stringing genannt. Auch hier kommt das Messer zum Einsatz um diese zu entfernen.

Der nächste Schritt ist das Schleifen. Für den ersten groben Schleifvorgang solltest Du Schleifpapier* mit einer Körnung von 80 bis 140 verwenden um eine erste Glättung der Oberflächen Textur zu erhalten. Ob Du jetzt mit Hand oder mit einer Maschine schleifst, hängt vom zu bearbeitenden Druck Objekt ab. Achte aber bitte darauf, dass die feinen Details erhalten bleiben.

Sandpapier in verschiedenen Körnungen

Aber Vorsicht: Beim Schleifen erwärmt sich die Oberfläche mitunter erheblich. Dadurch kann es zu irreparablen Veränderungen in der Oberflächenstruktur des Druckobjektes kommen. Dies trifft besonders beim PLA Filament zu!

Nach dem ersten groben Schleifdurchgang kannst Du dann mit der Körnung des Schleifpapiers immer feiner werden. Eine 400er Körnung im nächsten Schritt bringt hier schon beeindruckende Ergebnisse.

Problematisch wird es allerdings, wenn Dein Modell über feine detailierte Strukturen verfügt. In diesem Fall, macht sich die Verwendung eines Dremels* mit entsprechenden Aufsätzen bezahlt.

Auch hier wieder meine Warnung: Arbeite mit einer möglichst niedrigen Drehzahl um eine zu große Hitzeentwicklung zu vermeiden. Andernfalls schmilzt das PLA Filament an dieser Stelle.

Wenn Dein Druckobjekt trotzdem kleine Löcher in der Oberfläche hat, dann kannst Du diese mit einer Kunststoff-Feinspachtelmasse* verschliesen. Wenn Du dein Modell später farbig lackierst, dann fällt der Farbunterschied durch die Spachtelmasse nicht ins Gewicht.

Wenn Du dich für die Verwendung von ABS-Filament* entschieden hast, dann gibt es eine geniale Möglichkeit der Glättung mit Aceton. Der ABS Kunststoff wird vom Aceton angegriffen und aufgelöst. Beachte bitte die Info auf der Aceton Flasche zu den Sicherheitsbestimmungen.

Aceton Molekül

Der Trick ist nun, das Druckobjekt nur für kurze Zeit dem Aceton-Dampf auszusetzen. Die äußeren Schichten des Druckobjektes verschmelzen miteinander und es bleibt eine glatte und glänzende Oberfläche zurück.

Die Aceton-Methode funktioniert allerdings nur mit ABS Filament, wofür ein 3D-Drucker mit beheizbarem Druckbett erforderlich ist. Der Aceton-Dampf ist außerdem gesundheitsschädlich.

Wenn Dein Druckobjekt nur wenig gerade Flächen hat und eher kleine und filigrane Strukturen besitzt, dann ist die Sprühspachtel* für Dich die erste Wahl. Vor allem, wenn sich kleine Ecken und Winkel weder mit Schleifpapier noch mit dem Dremel ordentlich bearbeiten lassen. Die Sprühspachtel füllt die kleinen Rillen zwischen den Druckschichten und diese zeichnen sich dann nicht mehr so in der Oberfläche ab.

Die Sprühspachtel aus der Spraydose wird einfach in dünnen Schichten auf das Druckobjekt aufgetragen. Achte darauf, auch wirklich nur dünne Schichten zu sprühen und diesen genug Zeit zum trocknen zu geben, damit keine Nasen laufen oder sich Tropfen bilden.

Mit 30 Minuten Trockenzeit zwischen den Schichten solltest du gut auskommen. Nach gut 4 bis 5 Schichten sollte eine schöne glatte Fläche entstanden sein. Eventuell musst du nochmal mit dem feinen Schleifpapier drüber gehen. Sprühe danach noch 2 Schichten auf.

Im Endergebnis erhälst Du eine gleichmäßig glatte Oberfläche, die sich perfekt zum lackieren eignet. Das ist die beste Methode für detailreiche 3D Drucke!

Natürlich hat auch diese Methode ein paar Nachteile. Zum einen ist der Zeitaufwand mit den vielen zu sprühenden Schichten rechte hoch. Zum anderen muss mit Sprühdosen gearbeitet werden. Es entsteht Geruch und Sprühnebel. Damit ist eine Verarbeitung in der Wohnung eher ungünstig.

Mit Epoxidharz glätten

Wenn es schneller gehen soll, dann ist Klarlack in Form von Epoxidharz eine gute Alternative. Es ist wesentlich dickflüssiger als Sprühspachtel und Du kannst das Harz bequem mit einem Pinsel auftragen.

Bereits mit 2 Schichten Klarlack lässt sich die Oberfläche des Druckobjektes sehr gut glätten. Der Epoxidharz Klarlack besteht aus 2 Komponenten und muss vor der Verarbeitung angemischt werden. Achte bitte hier genau auf die Mengenangaben. Eine Feinwaage* erleichtert das Mischen erheblich.

Natürlich gibt es auch speziell für 3D Drucke einen speziellen Epoxidharz* Klarlack. Der Preis ist zwar deutlich teurer, dafür genügt aber auch nur eine Schicht um eine wirklich glatte Oberfläche zu erhalten.

Nun zu den Nachteilen von Epoxidharz. Das Harz trägt mehr Material auf als die Sprühspachtel und feine Details am 3D Druck verschwinden unter Umständen. Wenn Du dein Druckobjekt nicht lackieren möchtest, dann eignet sich die Epoxidharz-Methode hervorragend.

Wenn Du deinen 3D Druck mit Farbe bemalen möchtest, dann solltest Du ein paar Dinge beachten. Dein Druckobjekt sollte frei von Fett und Staub sein. Epoxidharz-Oberflächen sollten grundiert oder angeschliffen sein.

Acrylfarbe

Zum lackieren von 3D Drucken eignet sich Acryl Farbe* am besten. Sie ist günstig und lässt sich unkompliziert verarbeiten. Mit etwas Übung kannst Du richtige Kunstwerke erstellen. Lass die einzelnen Farben immer etwas trocknen bevor du mit dem nächsten Anstrich weitermachst.

Mit etwas mehr Farbe lassen sich zudem auch kleine Unebenheiten im Druck Teil ausgleichen. Übrigens haftet Acrylfarbe auch auf völlig unbehandelten 3D-Drucken. Das Malen mit Acryl ist sehr einfach.

Das Lackieren vom Modell mit Acryl Farbe funktioniert auf PLA wie auf ABS Filament gleichermaßen gut. Mit der entsprechenden Vorarbeit bleiben die Textur und die Details erhalten.

Das Lackieren mit Sprühdosen ist dagegen nicht ganz so einfach. Da nur dünne Schichten gesprüht werden, können kleine Unebenheiten in der Oberfläche nicht so leicht ausgeglichen werden.

Außerdem solltest Du unbedingt prüfen, ob sich der Lack mit dem Kunststoff Teil verträgt. Eine vorherige Test Grundierung hilft hier!

Eine sehr interessante Alternative sind auch Effekt-Lacke* aus der Sprühdose. Damit geht zwar die glatte Oberfläche verloren, aber die meisten Details bleiben trotzdem erhalten. Auch lassen sich damit kleine Fehler im Druck recht gut Kaschieren.

Zum Schluss empfiehlt sich das Auftragen einer schützenden Schicht Klarlack*. Damit wird Dein Kunstwerk perfekt geschützt und erhält außerdem ein schönes glänzendes Finish.

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